Kirche Ritzerow bei Stavenhagen

 


Außenansicht
Turmseite

Der Ort Ricerow, der "Ritterort", wurde 1256 erstmals urkundlich erwähnt , als dem Kloster Ivenack die Rechte an dem Pfarrdorf bestätigt wurden. Ritzerow war ein altes Domanialkirchdorf und mit eigener Pfarre ab 1276. Im gleichen Jahr wurde es durch Herzog Wartislaw IV. v. Pommern dem Kloster Ivenack verliehen. Fürst Nikolaus v. Werle bestätigte die Zugehörigkeit zum Kloster am  1. Januar 1300.

Die hinteren Teile, Chor und zwei Felder des Langhauses aus Feldsteinen und Ziegeln der gotischen Kirche stammen aus dem 15. Jahrhundert. 
Der vordere Teil des Langhauses mit dem runden Buntglasfenster und den beiden sehr schmalen Spitzbogenfenstern  wurde vollständig aus Backsteinen nach 1860 erbaut. 

Der  neugotische Westturm wurde 1884 errichtet. Das Dach des Kirchturmes ist schiefergedeckt. Der untere Teil der Turmspitze ist viereckig, läuft aber in eine lange achteckige Spitze aus. In jedem Feld einer Seite am unteren Rand beginnen die beiden Flächen dieser Kegelseite. Eine Dachluke ist befindet sich in einen der beiden Felder auf der Südseite. Die Spitze trägt eine Kugel und ein Irisches Kreuz (Kreuz mit Kreis) , darunter ein Wetterhahn und vier Blätter in die vier Himmelsrichtungen.
Auf jeder Seite befinden sich zwei Spitzbogenfenster, die mit drei gemauerten Spitzbogen je Fenster verziert sind. Alle vier oberen Fenster sind verbrettert. Ein Band begrenzt oben die Fläche der beiden Fenster auf den vier Seiten. In der zweiten Etage des Kirchturmes haben wir links und rechte
zwei sehr schmale Spitzbogenfenster. Weiterhin reichen die seitlichen Stützfelder verjüngend bis zum oberen Rand der zweiten Etage. Im oberen Teil der Stützen sind je eine Spitzbogenblende 0,30 m mal 2,50 m eingefügt.
Über der Eingangspforte haben wir mittig ein Spitzbogenfenster Größe etwa 0,80 m mal 4,00 m . Der Rahmen wurde ebenfalls aus drei Spitzbögen gemauert. Das obere Fenster ist 0,60cm mal 2,00 m und quer verbrettert.
Unter dem großen Fenster sind weiterhin in dem großen Rahmen nebeneinander zwei kleine offene Spitzbogenfenster 0,30 m mal 0,80 m gemauert und ohne Schmuck. Im oben Teil dieses Feldes haben wir links und rechts je eine Rundblende. Direkt unter dem Fenster befindet sich ein Band. Im oberen Teil des Feldes sehen wir das gleiche Band aus den spitzen Ecken eines Ziegels. Die Eingangspforte wird von vier gemauerten Spitzbögen umrahmt.
Über der zweitürigen Pforte wurde ein Bogen aus roten und schwarzen Ziegeln gemauert. In diesem Feld auf schwarzen Grund steht in goldener Schrift
" Jesus Christus  gestern und heute und derselbe in Ewigkeit. Amen.
Zwei goldene Linien umrahmen die fast dreieckige Fläche.
Im oberen Teil sehen wir eine fünfblättrige rote Blume gerahmt von einem Punkt.
Der untere Text " in Ewigkeit Amen wird von zwei Efeublatt auf einen gedrehten Stiel  begrenzt. Das Langhaus wird durch ein Band unterhalb des Ziegeldaches mit einem Band geschmückt.

Die vier Spitzbogenfenster des Langhauses bestehen aus zwei
schlichten aus speziellen Ziegeln gemauerten Spitzbogenfeldern die mit kleinen rautenartigen mit Bleistegen verbundenen Scheiben gefüllt sind. Das Oberlicht ist sechseckig und liegt mittig zwischen den beiden Fenstern. Das Oberlicht besteht aus acht Scheiben. Links und rechts sehen wir je eine Fischblase. Das Fenster wird umrahmt von drei gemauerten Spitzbögen.


Das  Langhaus wird auf jeder Seite durch je drei leichte Stützpfeiler in sechs Felder begrenzt. Im oberen Teil des Stützpfeilers befindet sich eine spitzbogenartige weiße Blende.

Betreten wir und die Kirche, so kommen wir in einem Vorraum . Rechts befindet sich der Eingang zur Orgelempore und den beiden Glocken. Über der Doppeltür sehen wir im Bereich des Rundbogens sehen wir ein kreisrundes Fenster das von Weinranken umgeben ist. 
Zuerst fällt das weiße wohl moderne  Kleeblattkreuz (Lazaruskreuz)  in dem neugotischen Altar auf.
Im oberen Bogenbereich haben wir eine sechsblättrige Rosette , die von 5-blättrigen Weinblätter umgeben ist.
Sicher war früher dort ein Altarbild vorhanden. 5 Türmchen mit einem Kreuz umgeben den Altar, teilweise nicht vollständig. Der Aufbau des Altares stimmt mit  dem Zeitgeschmack nach 1860 vollständig überein, der durch den mecklenburgischen Herzog Friedrich Wilhelm II (1860-1914) klar neugotisch schlicht mit wenig Elementen wie Wimperg, 
Drei- und Vierpass, Wein- oder Eichenlaub geprägt ist. Die Altarschranke ist vollständig . 

Rechts neben dem Altar befindet sich die neugotische Pforte zur neugotischen Kanzel. Die Kanzel hat keinen Schalldeckel. 
Der Kanzelkörper besitzt je drei Spitzbögen. Jede Fischblase im Bereich des Spitzbogens ist durch eine Blume verziert.
Der etwa 1m hohe Kanzelfuß wirkt leicht und hat auf jede der 
4 Flächen einen Spitzbogen. 
Im April 2009 hing ein wunderschönes blaues Tuch vor der Kanzel. Es zeigte die Sonne in weiß Strahlen waren Menschen in den Olympischen Farben, dazwischen je eine weiße brennende Kerze. Darüber befindet sich ein Kreuz.
das Pult wird durch ein grünes Tuch mit dem Spruch:" Herr Dein Wort bleibt ewiglich" geschmückt.

Das Gestühl ist wie alles in schlichten braun mit je einen Dreipass und einer Weinlaubspitze versehen. Ausnahme bildet die erste Bankreihe, die ein Kreuz auf einem Wimperg von oben zeigt. 

Die Empore fügt sich mit der Orgel und dem neugotischen Orgelprospekt harmonisch dem neugotischen Stil ein. 
Die Orgel kann wohl bespielt werden. Die Orgel wurde 1886 von Friedrich Friese III erbaut. Die tragenden Mittelbalken der Empore im Eingangsbereich zieren je ein Weinblatt und ein Kreuz. 

Im Bereich des Turmes haben wir ja das Rundfenster. Es hat vier gelbe Kreise. Darin befinden sich vier rautenartige rote im Wechsel blaue Scheiben, die auf die vier Evangelien hinweisen. Leider fehlt im rechten Kreis der rote rautenartige Anteil. Verbunden ist das Fenster durch Bleistege. Das gegenüberliegende Rundfenster ist vollständig. 

Die neugotischen Fenster haben unten zwei Spitzbögen, die durch kleine farblose rautenartige Butzescheiben, verbunden durch Bleistege, gefüllt sind. Das Oberlicht ist wabenartig. Dort haben wir mittig eine achteckige farblose Scheibe (außer ein Fenster nahe der Empore, rote Scheibe). Darum sind acht Scheiben drapiert die meistens klar, manchmal gelblich sind.

Unter der Holzdecke haben wir ein etwa 20 cm breites blauweißes Ornament, das teilweise beschädigt ist.
Der untere Teil der Wand ist ebenfalls mit roten Ziegel bemalt, die leider stark verwaschen sind.

Die Gemeine Ritzerow  gehört heute zum Pfarramt Ivenack. 

Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Ivenack
ab 15.08.2011

Eckhard Gebser
Eichenallee 25

17153 Ivenack

E-Mail: ivenack@elkm.de




Seitenansicht


Seitenansicht



Kirchturm


Kirchturm
Eingangsseite


Neugotisches Fenster
außen


Neugotisches Fenster
innen


Rundfenster außen


Rundfenster mit Bundglas auf der Orgelempore


Eingangspforte

Spruch über dem Eingang


Zierde über Tür zum Langhaus


Altar mit Altarschranke


Innenansicht Altar und Kanzel


Kanzel


Detail am Kanzelkörper


Tür zur Kanzel


Detail an der Empore


Empore mit Orgel


Orgeltastatur


Neugotisches Gestühl
Innenreihe


Balkentragende Holzdecke,
darunter Farbband