Kirche  Wesenberg / Mecklenburg

 


Außenansicht
Turmseite

Im Jahre 1250 gründete  Fürst Nikolaus von Werle Burg und Stadt Wesenberg.
Die erste Nennung der Stadt Wesenberg erfolgte 1257. Wesenberg war in den Jahren 1276 bis Mitte des 14Jh. ein Zankapfel zwischen Mecklenburg und Brandenburg.
1248 bestätigte der Kaiser Karl IV den mecklenburgischen Besitz.
Pfarrer Casube war im Jahre 1529 erster evangelischer Pastor in Wesenberg.
Im 30jährigen Krieg wurde Wesenberg mehrfach durch Truppen besetzt. Stadtbrände wüteten in den Jahren 1676  und 1706.

Die erste Kirche wurde um 1250 errichtet. Ende des 13.Jh. begann der Bau der heutigen Marienkirche. Der Unterteil des Turmes und das Chor könnten aus dieser Zeit stammen. Die Kirche wurde mit Feldsteine errichtet.
Weitere Teile der ursprünglichen Marienkirche wurden durch Backsteine gestaltet.
Im Jahre 1337 war die Kirche  laut Stadtnotiz
vollständig und in Nutzung. Die Kirche erhielt e im Jahre 1349 ein Vikariat einschließlich Land von der Stadt.
Das Kirchenschiff wurde nach 1350 errichtet. Das Chor mit seiner markanten Einwölbung wurde nach 1450 errichtet. Sie ist sehr selten in Mecklenburg.
Die südliche Vorhalle in sich das Ehrenmahl für die im Krieg gefallenen befindet stammt aus der Zeit vor 1500.  Nach 1500 wurden die Fenster verändert.
Die Kirche hatte bis zur Reformation mehrere Altäre, so einen Annen-

Kathrinen- und Kreuzaltar. Auch ein Altar für den Heiligen Rochus, der Heilige gegen die Pest war vorhanden.
Der Stadtbrand 1706 beschädigte die Marienkirche stark. Ein großer Teil der Ausstattung wurde zerstört, der südliche Flügel stark beschädigt. Der obere Teil des Turmes musste erneuert werden. Die fünf vorhandenen Glocken wurden durch den Brand zerstört.
Der Ostgiebel mit der Marktglocke stürzte ebenfalls ein. Teile des Chorgewölbes stürzten ein. Die Herstellung des Chores einschließlich des Netzgewölbes erfolgt in den Jahren danach.
1714-15 wurde der Turm erneuert und trägt die heutige Form.
1867-68 erfolgte eine Generalinstandsetzung unter Leitung des Baumeisters Rane aus Neustrelitz der Kirche. Dabei wurden die markanten neugotischen Fenster eingefügt. 1945 fielen die Fenster den Kriegshandlungen zum Opfer.
Der Chorraum wurde 1985 restauriert, Übermalungen wurden dabei entfernt und die Kirche wurde in den ursprünglichen Zustand versetzt.
1980 wurde die Wetterfahne des Kirchturmes restauriert.
1994-95 wurde die barocke Röderorgel restauriert, heute klingt sie bei vielen Konzerten. Die verdeckten vier Beschriftungen wurden freigelegt und erneuert. Die Restaurierungsarbeiten an der Röder-Orgel wurden  1999 beendet.
1999 wurde der Kirchturmuhr durch den Neubrandenburger Uhrmacher  erneuert. Dabei überarbeitete das Ziffernblatt Malermeister Rolf Ficker aus Wesenberg.
Seit dem 12.08.2000 funktioniert die Kirchturmuhr wieder.

An der Kirche ist markant das der Kirchturm nicht in der Flucht zum Langhaus und Chor steht. Der Turm hat die gleiche Breite wie das Langhaus. Das Chor ist jedoch breiter. Weiterhin ist markant das das Langhaus kürzer als das Chorhaus ist. Dies ist sehr selten. Bei der Erneuerung des Turmes wurde der Oberteil durch Backsteine gefertigt. Der Unterteil wurde aber mittels Feldsteine und wenigen Backsteinen erbaut. Das barocke Turmdach ist mit Schiefer gedeckt, das Dach ist viereckig, die Dachpyramide ist sehr kurz. Darauf befindet sich eine achteckige Laterne.

Das Langhaus wird durch Strebepfeiler gestützt. Die in den Jahren 1867-68 eingebauten neugotischen Spitzbogenfenster wurden aus schwarzen und gelben glasierten Backsteinen gefertigt. Sie verleihen der Kirche ein markantes Aussehen.

Die südliche Halle vor dem Chor besteht aus Backsteinen. Feldsteine tragen dieses Gebäude. Die südliche Halle hat einen fünfteiligen Staffelgiebel. Auf der Nordseite befindet sich ebenfalls ein Anbau.

Neben der Linde betreten wir den südlichen Anbau. Hier befindet sich eine kleine Gedenkstätte für die Opfer des I. und zweiten Weltkirche. Diese Ecke einschließlich des kleinen Spitzbogenfenster gestaltete der Architekt Paul Zülke aus Mirow. Das Buntglasfenster zeigt einen Engel mit Lorbeerkranz. Das Fenster wurde 1951 eingebaut. Der Text  lautet:
"Herr laß deinen Frieden ruhn über Stadt und Land.
Wir gedenken aller Opfer von Krieg und Gewalt."

Wir betreten durch ein Portal den Chorraum. 
Der Chorraum ist sehr groß wir sehen an der Decke ein Netzgewölbe.
Drei Joche, die  bogenartig nach unten verlaufen teilen die Chordecke. 

Vorne sehen wir über den alten Altar ein zweiteiliges Buntglasfenster.
Dieses Fenster aus dem Jahre 1951 ist ebenfalls vom Architekten Paul Zülke aus Mirow gestaltet worden. Es zeigt die Errettung Petri. 
nach Mattheus. Wir sehen unten im rechten Fenster wie  Petrus  stehend in den Wellen versinkt. Darüber sehen wir einen Fischer der ein Netz herauszieht.
Seine Frau dahinter hilft. Dieser See ist der Wolbitz-See, denn wir sehen darüber die Stadt und den markanten Kirchturm von Wesenberg. In gesamten linken Fenster ist Jesus zu sehen wie er über das Wasser schwebt. Das Haupt von Jesus ist von einem goldenen Strahlenkranz umrahmt. Dieser Strahlenkranz setzt sich über der Stadt auf der linken Seite fort. Links neben sein Haupt schweben drei Engel heran. Das kleine runde Oberlicht zeigt einen flachen Kelch .
darauf sehen wir einen blauen Anker, der Oberteil ist als Kreuz dargestellt, und ein rotes Herz aus dem nach links und rechts Blut fließt. Dieses neugotische Buntglasfenster bildet somit das Altarbild seit 1951. Der alte Altartisch mit der Altarschranke ist geblieben. 
Gegenüber von dem südlichen  Eingang befindet sich das alte Chorbild. 
Es zeigt Christus im Garten Gethsemane. Christus erfährt kniend von einem Engel, was geschehen soll. 

In Richtung Altar befindet sich links die sehr schöne und interessante Kanzel aus dem Jahre 1711 geschaffen von einem Neubrandenburger Künstler.
Die Kanzel hat einen Schalldecke. Auf diesem Schalldeckel spielt ein weißer Engel auf einer Posaune. Der Schalldeckel trägt folgende Aufschrift:
"Rufe getrost, schone nicht, erhebe deine Stimme wie eine Posaune und verkündige. Jes. 58,1.".
Am Kanzelkörper befinden sich fünf weiße  Personen. Es sollen Jesus und die vier Evangelisten sein. Leider sind keine Merkmale der Evangelisten zu finden.
Sie sind umrahmt von sechs weißen Säulen, die oben mit einem goldenen Blatt geschmückt sind. Die Personen stehen vor einem schwarzen Hintergrund der oben mit goldenen Girlanden verziert ist. Ansonsten herrschen die Farben blaugrün und schwarz vor.
Rechts befindet sich die Treppe, die in einer kleinen Loge beginnt.
Die Kanzel steht erst seit 1868 nach der Restaurierung auf dieser Seite.

Gegenüber  auf der Südseite befindet sich eine große Loge. Über der Loge finden wir dem Erzengel Michael mit erhobenen Schwert und der Wage. Seine Augen sind verbunden. Ja  es ist das Bildnis für Gerechtigkeit. Da dort die Ratsherren der Stadt saßen wachte Erzengel Michael  besonders gut.

Neben dem Eingang sehen wir einen kleinen Epitaph aus dem Jahre 1698. Die Familie Steinbrück erkennen wir im unteren Teil. Rechts sitzen Caspar Steinbrück, Bürgermeister von Wesenberg, und seine Söhne, links seine Frau, davor die Tochter. 
Darüber sehen wir den gekreuzigten Jesus. Neben ihn schwebend ein Engel mit einer Taufschale. Rechts im vollen Bürgermeistergewand  kniend Caspar Steinbrück. Auf der linken Seite sehen wie ebenfalls kniend  seine Frau Anna Poggenbeen.

Links daneben sehen wir ein Kruzifix aus dem Jahre 1736.

Daneben ein Holzbild eines gehenden Engels mit einem Stab, deren Oberteil als Kreuz ausgebildet ist.

Über dem Eingang steht in einer Nische eine kleine Orgel. Dieser Raum gehört zum Südportal und wird von einfachen Kreuzgratgewölbe getragen. 
Der Chorraum wird durch Reihen von Eichenbänke ausgefüllt.
Heute finde  der Gottesdienst im Chorbereich statt.

Schauen wir uns das kleinere zweijochige Langhaus an, so hat diese ein Kreuzrippengewölbe. Die Emporen haben ein Kreuzgratgewölbe. Markant ist für diesen Raum die barocke Orgel von Orgelbaumeister des Orgelbaumeisters Johann Michael Röder. Es ist die einzige erhaltene Röderorgel.
Diese  Orgel stammte aus der Dorothenstädtischen Kirche zu Berlin und wurde für 669 Reichstaler im Jahre 1832 gekauft. Diese Orgel war die Nachfolgerin der im Jahre  1706 zerstörten Orgel. Diese Orgel stammt aus dem Jahre 1717.
Sie wurde wahrscheinlich von Carl August Buchholz aus Berlin 1833 eingebaut.  Lassen Sie sich in Konzerten vom Klang der Orgel begeistern.
Die Orgel wurde 1994 bis 1996 restauriert. Letzte Arbeiten fanden 1999 statt.
Die Orgel hat über der Tastatur vier Inschriften.

Rechts  und links sind Aufgänge zu den Emporen und der Orgel. Links befindet sich ein Bild eines jüngeren Pastor, rechts zeigt einen älteren Pastor.
Das Bild der älteren Person zeigt  Pastor Sigismund Georg Nahmbacher.
Er war Pastor und Kirchenrat von 1812 bis 1864. 

An einer Tür auf der Nordseite hängt eine Kette. Ein Schild  verweist auf eine Teufelskette. Keiner weiß wer die Kette im dritten Versuch gefertigt hat.

Heute finden außer Konzerte mit der Röder-Orgel auch Kunstausstellungen statt die Kirche ist täglich geöffnet.
Die Kirchgemeinde stellt zum Unkostenpreis von 1,50 € ein Heft zur Geschichte der Marienkirche und der anderen Gemeindekirchen zur Verfügung.

Die Kirche hat drei Glocken
Die erste Glocke stammt aus dem Jahre 1724 und wurde von Michael Begun in Friedland gegossen. Sie trägt die Inschrift:
Ach , großer Gott aus Gnaden, bewahre mich vor Schaden.
Die zweite Glocke stammt aus dem Jahre 1976 und wurde in Apolda gegossen und hat die Inschrift Haltet an am Gebet.
Die dritte Glocke stammt ebenfalls von Michael Begun und wurde 1724 gegossen aber in Wesenberg gegossen. Diese Glocke war im Weltkrieg beschlagnahmt worden, wurde jedoch noch nicht eingeschmolzen, und kam 1949 zurück.
Sie ist reich verziert.

 
Die Kirche gehört zur
Evangelisch - Lutherische Kirchgemeinde Wesenberg,
seit 2010 ist die Kirchgemeine Schillersdorf mit Wesenberg verbunden.
Die Kirchgemeinden Granzin und Kratzeburg wurden der Kirchgemeinde Neustrelitz-Kiefernheide zugeordnet.

Evangelisch-Lutherische Pfarrgemeinde Wesenberg
Pastor Iven Benck

Hohe Straße 22

17255 Wesenberg

 

Tel.: 039832 / 20431

Fax: 01212-5-23643749


Offene Kirche von Mai bis September  10 bis 17 Uhr !

Liegt auf dem Pilgerweg !


Turmspitze


Außenansicht
Langhaus


Neugotisches Fenster


Eingang Südportal


Gedenkstätte im Südportal


Chorraum


Altarraum


Chorfenster von Paul Zülke


Altes Altarbild
Jesus im Garten Gethsemane


Kanzel


Figuren am Kanzelkörper


Schalldeckel


Taufständer


Kruzifix


Loge auf der Südseite

Erzengel Michael

Epitaph

Holzbild

Chordecke


Empore über dem Südportal mit Orgel

Barocke Röderorgel


Detail Röderorgel


Pastorenbild links


Teufelskette


Gestühl im Langhaus


Blick zur Seitenempore


eugotisches Fenster