Kirche Schillersdorf bei Mirow / Gemeinde Roggentin

 


Turmansicht

Schauen wir uns Schillersdorf an, werden wir feststellen das es außer dem Kirchturm kein altes Haus vor 1945 gibt. Schillersdorf wurde im Herbst 1934 zwangsumgesiedelt. Die Umsiedlung steht im Zusammenhang mit der Heeresversuchsanstalt in Rechlin. Der Ort wurde total zerstört, nur der Turm blieb beschädigt erhalten.
Wertvolle Einrichtungen und Gegenstände wurden in andere Kirchen wie Kratzeburg (Altar) ausgelagert. Der Turm aus der Zeit um 1891 wurde 1952 restauriert. Dabei wurde eine Etage entfernt. Der Turm hat eine Glocke . Dieser Turm ist gleichzeitig ein Mahnmal gegen den Krieg. Der Turm ist schiefergedeckt. Daneben steht durch einen Torbogen erreichbar das vom Architekten Zülke, der die Johanniterkirche in Mirow restaurierte und ausstattete,  die Kirche mit Gemeindezentrum, 1952 gebaut.

Gehen wir nun in das Gemeindezentrum, so haben wir links den Raum für die Gottesdienste. Geradeaus befindet sich ein weiterer großer Raum für Veranstaltungen und gemeinsame Arbeit.
Der Besucherraum ist vom Chor getrennt. Dieser Raum kann durch zwei Flügeltüren geschlossen werden.
Der Chorraum besitzt vier Buntglasfenster, die sicher vom Architekten Zülke gestaltet wurden. Geradeaus steht der hölzerne Altartisch mit einem Holzkreuz. Rechts in der Ecke steht eine Altarschranke, die sehr farbig gestaltet wurde.
Links haben wir eine Orgel.
Gerade vor dem Altartisch steht ein Taufständer.

Der Besucherraum ist mit Bänken ausgestaltet. 
Die Holzdecke ist relativ dunkel gehalten. In Richtung Hof sind vier kleine Fenster in den Holzbogen eingelassen. Auf der rechten Seite steht ein großes Bild das die Kinder gestaltet haben.

Höhepunkt dieses Raumes ist der Qualzower Marienaltar.
Nanu, nun fragen Sie sich wo ist der Schillersdorfer Altar.
Dieser ist eigentlich der Kratzeburger Altar. Dieser wurde nach einer Pest im Mittelalter, Kratzeburg war entvölkert, nach Schillersdorf geholt. Dort blieb er mehrere hundert Jahre. Erst 1935 nach der Umsiedlung von Schillersdorf wurde dieser Altar wieder nach Kratzeburg gebracht.
Dieser heutige Qualzower Altar wurde 1934 aus der Kirche entnommen und gerettet. Qualzow wurde wie Schillersdorf zwangsumgesiedelt. Die Kirche in Qualzow wurde nicht wieder aufgebaut. Der Altar wurde restauriert und vom Holzwurm befreit.  Schauen wir uns den Altar an. 
Mittig steht Maria mit Jesus auf dem rechten Arm. Jesus hat den Erdapfel in der Hand. Maria hält in der linken Hand einen goldenen Stab, der mit drei Spitzen ausgebildet ist. Hinter beiden Personen befindet sich ein Strahlenkranz. 
Links unten nahen Maria unteren Gewandsaum  sehen wir einen Engel mit Flügel. Das Gesicht ist leider nicht mehr vollständig.
Recht etwa in Höhe von Marias Händen sehen wir einen Engel mit einer Leier. Bitte vergleichen Sie ähnliche Altare wie in Rosenow oder Klein Helle, so ist anzunehmen dass bei diesem Altar von 1694 (Jahreszahl rechts unten ) mehrere Teile um Maria und Jesus fehlen.
Rechts neben Maria und Jesus stehen übereinander, unten ein Bischof mit gedrehten  Bischofsstab, darüber eine Heilige mit Krone und einem Teil eines Wagenrades, es könnte Katherina von Alexandria sein.
Links oben steht die Heilige Barbara, einen Turm in der Hand haltend. Die drei Fenster sind nicht mehr zu erkennen.
Darunter steht ein Bischof, erkennbar an der Kopfbedeckung, 
er zieht gerade ein Schwert. 
Der Altar hat weitere Verzierungen wie acht Vierpasse, die sich unter der Gruppe der Figuren befinden. Die Zahl Acht weist auf die Unendlichkeit hin, die Vierpasse weisen auf die Evangelien hin.
Links und rechts finden wir neben den Qualzower Altar  je 
ein Bild. Rechts gut erkennbar an den 10 Geboten Moses.
Darunter steht folgender Text: Verflucht Sey wer nicht alle Worthe, dieses Gesetzes erfüllt, das er darnach thue dat. 
Z7 V. Z6.
Rechts sehen wir Jesus das Lamm Gottes in der Hand haltend.
Unter diesem Bild steht: Siehe, das ist Gottes Lamm (Schreibweise des Buchstaben m von Lamm nicht doppelt sondern einen Strich über dem Buchstaben), welches der Welt Sünde trägt. Joh. 1V.Z9.




Die Kirche gehörte bis 2010 zur Kirchgemeinde Schillersdorf.
Die Pfarre Schillersdorf wurde nach Weggang des Pastors nicht wieder besetzt.

Seit 2010 ist die Pfarre Schillersdorf mit der Pfarre Wesenberg verbunden.

Pastor Iven Benck
Hohe Straße 22

17255 Wesenberg

 

Tel.: 039832 / 20431

Fax: 01212-5-23643749





Turm mit Gemeindezentrum



Außenansicht


Innenansicht


Chorraum


Altar


Sauer-Orgel 1967


Seitenaltar Ansicht


Qualzower Altar
aus dem Jahre 1694


Moses
mit den 10 Geboten


Jesus mit Lamm
Gottes im Arm