Johanniterkirche Mirow

 


Außenansicht der Apsis 
2010

Mirow wurde erstmals 1227 urkundlich erwähnt. 1226 erhielten die Johanniter Land südlich der Müritz, die heutige Schlossinsel. Sie gründeten dort eine Kantorei. Die gotische Kirche stammt aus der ersten Hälfte des 14.Jh. um 1351. Die Johanniterkirche wurde Johannes dem Täufer geweiht. Heute sehen wir die östliche Apsis und die Grundmauern mit den gotischen Fenstern. Die Zerstörungen im 30jährigen Krieg sind nicht überliefert, jedoch ging die Kirche mit Ende des Krieges in Landesbesitz des Fürstentums über. Die Kirche hatte wahrscheinlich ein Kreuzrippengewölbe. Am 4.September 1742 brannte die Kirche infolge eines Blitzschlages völlig aus. 
Am I. Advent Wiedereinweihung der Kirche. Ein Barockaltar  ist nun der Mittelpunkt der fürstlichen Schlosskirche. Das Altarbild aus dem Jahre 1868  ist eine Dürerkopie, geschaffen von der Großherzogin Marie.  Das Altarbild befindet sich heute in der Kirche Leussow. 
Die Fürstengruft stammt aus dem Jahre 1704. Umbauarbeiten fanden 1819 statt. Der Kirchturm wurde 1744 errichtet und war ein markantes Objekt in den letzten Kriegstagen 1945. Die Kirche wurde am 1.Mai 1945 bei Kämpfen total zerstört . Es blieben nur noch die Grundmauern und die Gruft. 
Die Kirche wurde wieder aufgebaut und am 3.September 1950 geweiht.   Die Leitung des Wiederaufbaus hatte der vielseitige Architekt Paul Zülke.
Auch die Teile der  heutige Innenausstattung entwarf Paul Zülke. 
Dazu gehören die vier Symbolfiguren der Evangelisten. 
Links zum Altar der Engel für Mattheus, darunter der Löwe für Marcus, auf der rechten Seite oben der Adler für Johannes , darunter der Stier für Lucas.
Weiterhin stammen die drei Reliefs der Kanzel von Zülke, an der Wand der gute Hirte der das Lamm trägt, in der Mitte der Sämann, rechts den sinkenden Petrus. Das Kreuz, ebenfalls eine Arbeit von Zülke zeigt einen aufrechten stehenden Jesus mit Heiligenschein. Zülke zeigt so den Sieg Jesus 
über den Tod.
Rechts haben wir die Taufe, Sie ist umrahmt von einer Umfassung darauf  7 Kreuze. Es sieht wie ein geschützter Raum aus. Daneben befindet sich eine Art von Nische oder Durchreiche. Sie stammt wohl noch aus katholischer  Zeit.
Die drei Altarfenster wurden nach einem Entwurf von Zülke durch den Naumburger Glaser Franke geschaffen. Dies gilt auch für die beiden  von außen sichtbaren Nischenfenster.
Hinter dem Altar finden wir drei Fresken von Zülke, links die Gethsemanegeschichte, mittig die Grablegung Christi und rechts das leere Grab.
Hoch in den Nischen unter der Decke von links nach rechts: 
- Kreuz auf Dreieck (Dreifaltigkeit),
- Strahlenkranz mit Kreuz (Advent Erwartung des Königs),
- Taube (Heilige Geist)
- Schiff (Symbol der Kirche, Verweis auf den Fischer)
- Herz (Herz Jesu für die katholische Ökumene)

Auf der linken Seite steht heute Schuke-Orgel aus 
dem Jahre 1977.
Die ursprüngliche Orgel bis 1945 stammt aus Potsdam und wurde von Sauer, Lütkemüller und Grüneberg gepflegt und erweitert. Auch sie wurde ein Opfer der Zerstörung am 01.Mai 1945.

Die Glocke, die nach 1950 aufgehängt wurde,  stammt aus der Kirche Ganzkow bei Neubrandenburg. Diese Glocke sollte eingeschmolzen werden. Eine kleine Glocke vom Friedhof Mirow stammt aus dem Jahre 1516. Zwei neue Glocken stammen von der Firma Metz Karlsruhe. 
Die Ganzkower Glocke wurde der Gemeinde zurückgegeben. 
Die Glocken wurden mit der Fertigstellung des Turmes eingebaut und am 26.03.1995 geweiht. Die Turmform  ist ein offener Leuchter, ursprünglich war 1950 eine hohe Spitze von Zülke vorgesehen.


An der Apsis befindet sich eine Malerei aus der Zeit des 14.Jahrhunderts. Es zeigt die Kreuzigung Jesus. Das Außenbild kann durch zwei Laden geschlossen werden. Der Gottesdienst wurde im Mittelalter nur für die Mitglieder des Johanniterorden gefeiert. Das einfache Volk musste draußen am Altar dem Gottesdienst folgen.
Im Jahre 2013 wurde vor den sehr seltenen Außenaltar ein Gerüst gestellt. Die Restaurierung diese Außenaltar schließt die Renovierung der Außenfassade ab.
Links und rechts sehen wir zwei Buntglasfenster. In einem ist das Lamm,  in dem anderen Fenster wohl ein Kreuz zu erkennen.

Besonderen Dank gilt dem Förderverein "Kirchturm Mirow",
der sich ab 1989 für die Erhaltung der Johanniterkirche einsetzt. 
Sie können den kleinen Kirchenführer  zur Johanniterkirche Mirow erwerben. Angaben zu der Kirche wurden diesem sehr interessanten Heft entnommen.

Links neben der Kanzel befindet sich der heutige Eingang zur herzoglichen Gruft.  Eine kleine Ausstellung zur Herzogsfamilie ist lesenswert. Interessant ist das es in der Gruft sehr viele kleine Särge gibt.
Die Ausstellung über die Geschichte der Johanniter in Mecklenburg schildert die Geschichte der Johanniter. Zäsur war die Reformation in Mecklenburg. Erst später im 19.Jh. wurde unter Führung des Herzogs der Gedanke der Johanniter als eine Gesellschaft wieder belebt. Noch heute arbeiten Johanniter unter dem Johanniterkreuz in vielen sozialen Bereichen: Unter der Kuppel folgt eine Ausstellung des Fördervereins.


Die Adresse:
Förderverein  Kirchturm Mirow  e.V.
Johanniterkirche, Schlossinsel
17252 Mirow

Ev. - luth. Kirchgemeinde Mirow

Pastor Christian Borowski 01.09.2015

Schlossstraße 1
17152 Mirow

Telefon: 039833-20426
E-Mail: mirow@kirchenkreis-stargard.de

Offene Kirche von Mai bis September  10 bis 17 Uhr !

Liegt auf dem Pilgerweg !


Außenansicht der Apsis 
2013



Außenbild aus dem 14.Jh.
Kreuzigung 2010


Nische mit Buntglasbild 2010


Außenansicht mit Turm 
Südseite 2010


Außenansicht mit Turm 
Südseite 2013


Kirchturm 2013 


Innenansicht


Altar


Fresko rechts: Auferstehung

Fresko links


Kreuz


Decke mit Figuren

Taufe

Kanzel und Kreuz

Kanzel
 

Kanzel 
Bild 3 Jesus mit Lamm


Blick Richtung Schuke-Orgel


Schuke-Orgel

Durchreiche, Nische ?
Ein altes kleines Fenster.

Darstellung der Evangelistenmerkmale
oben Mattheus- Mensch (Engel)
unten Marcus- Löwe


Darstellung der Evangelistenfiguren
oben Johannes - Adler
unten Lucas - Stier


Herzogliche Gruft