Johanniskirche Malchin

 


Außenansicht

Der Ort Malchin wurde erstmals 1215 in einer Urkunde des Herzogs Kasimir von Pommern erwähnt Malchin erhielt von dem mecklenburgischen Herzog Nicolaus von Werle am 
7. April 1236 das Stadtrecht. Zu dieser Zeit stand eine romanische Kirche, die im großen Stadtbrand 1397 zerstört wurde. Reste finden wir in der Marienkapelle. Die gotische Nachfolgekirche konnte 1440 geweiht werden. Gelder stammten auch aus dem Ablasshandel , den der Bischof 1397 gestattet hatte. Später war gerade der Ablasshandel  ein Grund Luthers für die Trennung von der katholischen Kirche. 
Malchin war zu dieser Zeit die viert größte Stadt in Mecklenburg und relativ wohlhabend. Sie bekam auch diese große Kirche weil hier von 1621 bis 1918 im Wechsel mit Sternberg der Mecklenburgische Landtag tagte. Besonders interessant aber sehr selten zu sehen ist der Marienaltar in der Marienkapelle, der Seitenkapelle.
Schauen wir uns zunächst den Kirchturm an, der 65 m hoch ist. Wir haben eine schiefergedeckt glockenartige Turmspitze mit einem Kreuz und der goldenen Kugel als Spitze. Darunter sehen eine achteckige Plattform, die Sie über einen Seiteneingang von außen erreichen können. Darunter folgt ein glockenartiger Unterteil, die zur Aussichtsplattform gehört.
Der Kirchturm ist in die südlich ausgerichtete Marienkapelle und das östlich ausgerichtete große Kirchenschiff leicht westlich integriert. Der mit Ziegel gemauerte Turm ist dreiteilig. Im oberen Teil sehen wir auf jeder Seite vier Rundbogenfenster, die mit Holzmarkisen verschlossen sind. 
Ein weißer Bogen markiert die Fenster oben. Nach unten folgt nun ein Absatz, von wenigen Ziegelreihen.
Diese Spitzbogenblenden haben als Basis zwei Spitzbögen, oben ist die Gesamtspitze weiß gestrichen. Erinnert sei daran , das Kirchtürme auch als Wegweiser genutzt wurde und von weiten sichtbar sein sollten. Natürlich zeigt ein großer Turm auch den Reichtum bzw. bei Malchin die Bedeutung des Ortes an. Der untere Turmteil hat zwei mal zwei gemauerte Spitzbogenblende. Der Kirchturm ist ja in die beiden Kirchenschiffe integriert Das Dach des Kirchturmes mit Metallplatten wahrscheinlich Kupferplatten gedeckt.

Die Seitenschiffe des nach Osten ausgerichteten Kircheschiffes
Betreten wir nun die Kirche durch den großen Begrüßungsraum . Von dort gehen nach rechts zwei Eingänge in die Marienkapelle. Wir gehen zuerst in den großen Kirchenraum. Dort war auch der Gottesraum, auch Tagungsraum für den Mecklenburgischen Landtag. Das mittlere Kirchenschiff besteht aus sechs Jochen , die als imposantes , fein bemaltes Sterngewölbe erstellt wurden. Der erste Blick fällt zum Chorraum das gegenüber dem Kirchenschiff vier Stufen erhöht ist. Ein Bogen in der Treppe
bietet Platz für den Taufständer aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Feine Verzierungen gusseisernen Fuß sind sichtbar. 
Der Taufständer steht auf vier Füßen. Jeder Fuß hat vier Zehen. Der Oberteil und der Deckel bestehen aus fein geschliffenen Granit. 

Der Altar hat vier kräftige Säule aus einem Stuckersatzstoff. Die Kapitelle sind fein gearbeitet. Die Füße sind rechteckig und haben je eine Spitzbogenblende, die leicht eingesenkt wurde.
Mittig haben wir ein rechtdunkles Altarbild vom Maler Wilhelm Krüger, der aus Malchin stammt. 
Das Altarbild zeigt mittig Jesus Christus am Kreuz. Jesus hat seinen Kopf vom Betrachter aus nach links gesenkt. Es ist ein friedliches Gesicht das wir sehen. Vom Besucher aus links stehen Maria und Johannes neben dem Kreuz. Maria trägt ein helle Kopftuch.
das Tuch ist lose über das nach unten gesenktes Haupt gelegt. Johannes direkt neben dem Kreuz schaut hoch zu Jesus.  Vor dem Kreuz kniend Maria-Magdalena . Sie schaut hoch zu Jesus. Am Rand sehen wir etwas dunkler einen zweiten Mann am Kreuz. Schemenhaft sind weitere Personen zu sehen. Kaum sichtbar schauen links und rechts Engel aus der Wolke.
Das Bild ist mit Ranken auf schwarzen Grund umrahmt.
Oben stehen links Petrus mit dem Schlüssel und rechts Johannes mit dem Kelch.
Unter dem Altarbild finden wir ein kleines schwarz gerahmtes silbernes Bild. Es zeigt das Abendmahl. Dieses Bild finden wir auch an der Empore in der Kirche Brudersdorf bei Dargun, die auch eine Landeskirche war.
Laut Schlie stammt der Altar aus dem Jahre 1824 und wurde im klassizistischen Stil errichtet.
Links und rechts haben wir zwei wunderschöne neugotische Buntglasfenster mit vielen feinen Arbeiten. Das linke Fenster zeigt als Hauptbild die Geburt Jesus Christ. Jesus liegt mittig in der Krippe . Links Maria rechts Joseph. Weiterhin sehen wir die drei Weisen aus dem Morgenland. Fünf Engel schweben über den Ort. Der mittlere Engel trägt ein Spruchband.

Das rechte Fenster zeigt die Auferstehung von Jesus Christus.
Jesus Kopf wird vom Heiligenschein umrandet. Links und rechts knien je ein Engel. Der linke Engel schaut nach unten , der rechte Engel schaut zu Jesus hoch. Darunter sehen wir zwei Personen . Der Rechte ist wohl ein Soldat er schaut entgeistert weg nach rechts oben. Der Linke kniend
und schaut tief nach unten. Sie Verstehen das Erlebte nicht. Darunter haben wir drei Personen. Die Mittlere Person trägt ein Spruchband. die linke spielt auf der Geige, die rechte spielt auf einer Mandoline.

Unter den Buntglasfenstern haben wir je eine Grabplatte. Die linke Grabplatte zeigt den Güstrower Domherren Nicolaus Breyde, die rechte Grabplatte erinnert an den Malchiner Bürgermeister Dr. Johannes Sadenwather und seiner Frau. Eine weitere Grabplatte steht direkt am Eingang links.

Links und rechts haben wir alte Bankreihen, die eher an eine Klostereinrichtung
ähnlich in der Nicolaikirche Röbel erinnern. Weitere Teile der Chorwände wurden fein  mit Muster bemalt.

Rechts am Randes des Chores am Anfang des Seitenschiffes sehen wir eine Kanzel mit Schalldeckel. Grundfarbe ist weiß. Diese Renaissancekanzel stammt aus dem Jahre 1571 und wurde von Hans Boeckler gefertigt. Der Schalldeckel trägt als Himmel einen Sternenhimmel.
Von links nach rechts haben wir Mattheus, Marcus und Lucas. Die Figur des Johannes fehlt, nur sein Name steht unterhalb des Platzes. Die Evangelisten mit ihren Wappen am Fuße sitzen in einem griechischen Tempel mit zwei Säulen. oben schaut ein Puttenkopf herab. Die Felder werden durch Figuren mit goldener Krone geteilt. Kräftige Männer tragen den Oberteil der Kanzel, ihre Arme sind auf der Brust zusammengeschränkt. Sie stehen auf  eine Art Fuß mit einem goldenen Puttenkopf mit Krone, darunter eine Art Wappen.
Im unteren Teil der Kanzel sehen wir einen Hinweis auf den Stifter Bäcker Conradus Frolike.

An der ersten rechten Säule zum Seitenschiff steht eine neugotische Kanzel aus dem 19. Jahrhundert.  
Sie zeigt von der Treppe nach rechts Moses mit
den 10 Geboten, Simon mit einer Schrotsäge, Johannes mit einem Kelch und Petrus mit dem Schlüssel.
Die Figuren stehen in einem sogenannten Bemaster-Spitzbogen. 
Umrahmt wird jede Figur mit Weinreben.

An diesem Rand des Seitenschiffes steht ein Fuß eines alten Taufe, ein eher orthodoxes Kreuz mit Jesus am Kreuz  Maria und Johannes.
Die Bilder von Martin Luther und Melanchthon hängen dort. Gehen wir weite in Richtung der Orgel im südlichen Seitenschiff so kommen wir an einem Seiteneingang vorbei Daneben hängt ein Pastorenbild. Hinter Bänken steht ein Hinterteil einer alten Bank. Es zeigt sechs Figuren darunter die Heilige Dorothea. 

Auf der oberen Empore sehen wir einen barocken Orgelprospekt aus dem Jahre 1780. Im Jahre 1877 baute Friedrich Friese III eine Orgel ein.
Die untere Empore ist über eine Treppe im südlichen Seitenschiff erreichbar. An der Treppe hängt ein Bild . Auf der Empore finden wir ein Grabmahl von Matti Zimmermann aus dem Jahre 1675 an seinen 1674 verstorbenen Sohn, Reste einer Uhr und wohl Teile eines Altares. Diese Teile sind nicht restauriert.

Durch eine Tür können sie die Marienkapelle betreten.

Die ersten Bankreihen haben Türen. Die Bänke ansonsten sind schlicht.

Die Kirche ist eine Offene Kirche von Mai bis September.
Gemeindemitglieder stehen Ihnen gerne für Fragen zur Verfügung. Bitte achten Sie den Gottesraum.


Ev. -luth. Kirchgemeinde Sankt Johannis Malchin
Schweriner Straße 5
17139 Malchin

Pastor: Markus Hasenpusch ab 01.09.2016

Telefon:03994-299465

Homepage: http://www.st-johannis-malchin.de


Außenansicht vom Pfarrhaus


Pfarrhaus





Innenansicht

Deckengewölbe


Choransicht


Altarbild


Altartisch mit Abendmahlbild


Linke Sitzreihen


Linkes Buntglasfenster 
Geburt Jesu Christi


Rechtes Buntglasfenster 
Auferstehung Jesus Christus


Taufe 


Grabplatte links


Grabplatte rechts


Renaissancekanzel 1571

 


Detail der Kanzel von 1571


Neugotische Kanzel


Neugotische Kanzel
Johannes mit Kelch
Petrus mit Schlüssel


Neugotische Kanzel
Moses mit 10 Gebote
Simon mit Säge


Südliche Seitenschiff

Decke - Joch des
südliches Seitenschiffes


Alter mittelalterlicher Rückbankteil ?


Bilder Luther und Melanchthon

Fuß einer alten Taufe


Orthodoxes Kreuz
Kreuzigungsszene


Pastorenbild


Detail Heilige Dorothea


Kreuzweg Station Jesu

Wandbild an der unteren
 Emporentreppe

Grabmahl Matti Zimmermann 1675
Mittelbild Auferstehung

Teil auf der Empore mittelalterlich
nicht restauriert

Detail der Tafel

Mittelalterliche Uhr mit zwei Figuren
 und zwei Glocken


Figur des Todes


Blick von der Empore


Barocker Orgelprospekt
 mit Friese-Orgel

Friese-Orgel

Bankreihen

Kronleuchter