Kirche  Reinberg bei Altentreptow / Gemeinde Wolde

 


Kirche mit Glockenstuhl

Der Ort Reinberg wurde im 13/14 Jahrhundert gegründet.
Die heutige Kirche wurde  am 5. März 1874 durch den Stettiner Generalsuperintendenten  Dr. Jaspis geweiht.
Diese Kirche ist Nachfolgekirche einer Kirche mit Turm, die  1560 erstmals erwähnt wurde. Diese Vorgängerkirche wurde nach
mehrmaligen Reparaturen im 18. und 19. Jahrhundert  nach einer erneuten Visitation endgültig wegen Baufälligkeit abgerissen.
Die heutige Kirche ist eine neugotische Backsteinkirche mit hochgezogenen Giebel und einer angefügten Apsis. 
Die Kirche hat keinen Turm, der Glockenstuhl steht seitlich neben der Kirche.
Der Glockenstuhl ist neu  und für zwei Glocken vorgesehen. Im Glockenstuhl hängt eine Glocke mit Inschrift aus dem 19. Jahrhundert
Betrachen wir zuerst das Langhaus. Die Fenster sind spitzbogenartig.  und bestehen aus vielen rautenartigen Butzescheiben,
die durch Bleistege verbunden sind.
Unter dem ziegelgedeckten Satteldach sehen wir drei Zierleisten.
Die Zierleisten entstehen durch leicht herausgezogene sehr schmale Ziegel, die farblich zum roten Backstein passen.
Beide Giebel an der Apsis und über dem Eingang sind stark hochgezogen  und dabei treppenartig.
Dabei sehen wir sieben weiße bis graue Spitzbogenblenden.
Diese Spitzbogenblenden sind beidseitig außen 80 cm breit und 1,20m hoch. Dann folgen nach innen auf jeder Seite gleichhoch, Maße  0,60m mal 1,70m.
Der Mittelteil hat drei gleichgroße Blenden von 0,60m mal 1,70m.
Auf der Apsisseite werden diese drei Blenden unten teilweise
durch das Dach der Apsis verdeckt.
Auf der Apsisseite haben wir über der mittleren Blende eine Rundblende.
Der Giebel hat sieben Stufen. Jede Stufe ist zweiteilig.
Wenn die Stufe einen Meter breit ist , dann sind die ersten 20 cm um etwa 20 cm höher als diese Stufe selbst. Zwei bzw. drei Dachziegel, als 5 Ziegel schützen dabei jede Stufe. 
Der Giebel auf der Eingangsseite hat die gleichem Struktur die die Apsisseite mit dem keinen Unterschied bei der höchsten Mittelstufe.
Statt der Rundblende haben wir dort einen offenen Spitzbogen Breite 0,60 cm und etwa 1 m hoch.
Die Apsis hat vier zweistufige schmale Stützpfeiler, die wohl eher Ziercharakter haben. Dachziegel decken die Stützpfeiler ab.
Zwischen den Stützpfeilern sehen wir drei Spitzbogenfenster. Die vier Spitzbogenfenster werden durch halbrunde Zierziegel
in Form eines Spitzbogens verziert. Auch unter dem ziegelgedeckten Zeltdach laufen drei Zierleisten, die am Langhaus.

Nun wollen wir die Kirche durch den wunderschönen Eingang betreten.
Über der blaugestrichenen Doppeltür sehen wir 
filigrane Strukturen. Wir sehen im spitzbogenartigen Oberteil der Tür sechs Spitzbögen , die kleeblattartig auslaufen. Diese weißen Bögen sind sehr schmal und filigran. Der Hintergrund ist ebenfalls weiß. Zwischen Oberteil und Doppeltür haben wir eine Reihe rote Backsteine. Dort befindet sich in der Mitte eine Laterne.
Diese Eingangspforte ist im Ganzen etwa zwei Ziegel herausgezogen. Links und rechts haben wir je eine Säule , im Oberteil mit einem Hohlkreuz. In Höhe der Oberkante Doppeltür sind beide Säulen abgestuft und mit Dachziegel geschützt. Über dem Hohlkreuz haben wir einen glockenartigen Abschluss aus kleinen wohl rechteckigen kleinen Formziegeln. Nach oben erfolgt bis zur Giebelkante ein dreieckartiger Abschluss mit der Spitze nach oben.
Auf den beiden Dreieckschenkel stehen je
sechs dreiteilige Weinblätter aus roten Formziegel.
Mittig in Höhe der Giebellinie, die aus vielen kleinen Ecken besteht, sehen wir ein etwas größeres Kreuz als markanten oberen Abschluss der Eingangspforte.
Ehe wir nun wirklich die Tür öffnen schauen wir selbst auf diese hellblaue Doppeltür. Jede einzelne Tür hat drei leicht dunkelblaue Spitzbogenlinien die oben als Kleeblatt auslaufen.
Die Spitzbögen enden etwa 20 cm unterhalb der Türoberkante und laufen als Linie bis zum Rand. Links und rechts haben wir je ein kleines Spitzbogenfenster.

Treten wir in die Kirche, dann ist markant die Helligkeit des im Jahre 2000 renovierten Kirchenraumes in Richtung Chor. 
Die Kirche ist neugotisch schlicht ausgestaltet . Nur die Linien an den neugotischen Fenstern sind Verzierung im Langhaus. 
Stark wird  jedoch der Spitzbogen zum Chorraum hervorgehoben.
Stark wirkt auch das Dunkelblau im halben Kreuzrippengewölbe. Die Kreuzrippen und der Kreis bestehen aus roten halbrunden Formsteinen. Das Gewölbe ist durch diese Farbabstimmung sehr interessant.
Das Chor hat drei, wie bereits von außen beschrieben, spitzbogenartige mit kleinen rautenartigen Butzescheiben gefüllte Fenster. Interessant sind die drei Oberlichter. Links und rechts haben wir drei blattartige Scheibchen in den Farben:
gelb-rot-blau. Das Mittelfenster hat die Scheibchen in grün-dunkelrot und gelb.
Ein blauer Buntglasspitzbogen ziert weiterhin jedes Fenster. Jeder blauer Buntglasspitzbogen liegt etwa 5 cm vom Rand des Fenster und hat eine Breite von etwa 5 cm.
Auch diese Fenster werden durch blaue Linien umrahmt. Die Form folgt den Spitzbogenfenster in der Form.

Der gemauerte Altar steht etwa einen Meter vor der Wand zweit Treppen höher als das Langhaus. Interessant ist das der Pastor sich hinter den Altar stellt und so zu den Gläubigen beten kann. 
Der Altar hat eine rote großformatige Ziegelbemalung. 
Ein Kreuz steht auf dem Altar.  
Unterhalb der Treppe steht der Taufständer aus dem 19.Jahrhundert. Der achteckige  neugotische Taufständer trägt oben die Inschrift : "Lasset die Kindlein zu mir kommen, ...."

Rechts neben dem Chorbogen steht ein kleiner Tisch mit zwei Kerzenständer.
An der Wand hängt eine Marienfigur mit Jesuskind etwa 15 cm groß und 5 cm breit. 

Links neben dem Chorbogen steht die neugotische schlichte Kanzel ohne Schalldeckel. Die Kanzel einschließlich des Treppenaufganges sind durch wenig geschmückte, zwei Reihen übereinanderliegende rechteckige Flächen geschlossen. Rechts neben dem Chorbogen befindet sich die kaum sichtbare Tür zur nichtsichtbaren Kanzeltreppe. Am Kanzelkörper haben wir ebenfalls diese zwei Reihen rechteckige Flächen. Nur im oberen Bereich verjüngen sich die eigentlichen Rechtecke bogenartig um etwa 10 cm auf jeder Seite.
Je drei Linien rahmen jedes Feld ein. Im Mittelfeld hängt ein Holzkreuz mit dem hellen Korpus von Jesus Christus. Einzige andere Verzierung sehen wir an der Treppe zur Kanzel. Dort sehen wir einen Vierpass in einem Ring.
Drei Pfeile zeigen zum Mittelpunkt und  sind dabei als Weinreben ausgeführt.

Sehr viel Mühe wurde sich am Chorbogen bei der Bemalung gemacht.
Fangen wir außen an, also dem Besucher zu gewandte Seite . Dort sehen wir im oberen Teil des Chorbogens eine blaue Linie die oben in einem Weinblatt endet, Bitte vergleichen Sie die Verzierung über der Eingangstür außen. Hier gibt es Gleichnisse, denn wir sehen an der Linie wieder dreiblättrige Weinblätter, links und rechts je 13 nach oben zeigende Weinblätter, und als oberen mittigen Abschluss das Kreuz. Nun folgt ein rotes Ornamentsband beginnend  und endend am Fußboden. Dieses Band  wird begrenzt durch je eine rote Linie.
Im Bogen haben wir links und rechts je zwei Paare blaue gemalte Spitzbögen die als Kleeblatt, etwas verstärkt gemalt, enden. Unterbrochen werden die paare durch eine eine blaue Raute, darin ein Vierpass. Diese Figur wird nach oben und unten durch drei nahe blaue waagerechte Linien begrenzt. Die innere dieser drei Linien ist sehr dünn gemalt die beiden andere kräftiger. Im oberen Bereich wurde oberhalb der beiden kleeblattartigen Spitzbögen  zu einen gemeinsamen Spitzbogen verlängert . Dort befindet sich je Spitzbogenpaar ein zusätzlicher blauer Vierpass. Die Spitzbögen von links und rechts berühren sich nicht.
Der Abstand beträgt ungefähr 15 cm. 

Schauen wir uns nun die Fenster des Langhauses an. Wir sehen um das neugotische Spitzbogenfenster den blauen gemalten Spitzbogen mit den Weinreben und oben dem Kreuz.
Die Fenster haben alle (fast) rautenartige Butzescheiben. Im Oberlicht (Fischblase) haben wir einen Vierpass. Der Vierpass hat die Farben gelb und rot, dabei wechseln sich rot und gelb je Vierpassblatt ab. Unten sehen wir zwei blaue Buntglasspitzbögen mit Kleeblatt oben. Die Spitzbögen sind etwa 5 cm breit  und haben innen eine gemeinsame Linie.

Die Bankreihen sind schmucklos ohne Verzierung.

Auf der neugotischen Empore steht seit 1889 die Sauerorgel.
Die Orgel wurde im Jahre 2001 saniert.

Ursprünglich hatte die Kirche eine hohe Decke direkt unter dem Dach, heute sehen wir eine flache hölzerne waagerechte Decke.
Unter der Decke läuft ein gemaltes rötliches Zierband.

Die Glocke im Glockenstuhl trägt folgende Inschrift :
"Gegossen von C. F. Voß und Sohn in Stettin" und 
"Reinberg Nummer 510". Die Glocke hat mehrere Zierbänder.
Für eine zweite Glocke ist im neuen Glockenstuhl Platz. 

Die Kirche gehört zur
Evangelisch - Lutherische Kirchgemeinde Altenhagen
und zur Vorpommerschen Kirche


Pastor Christoph Tiede
Dorfstraße 39
Altenhagen
Tel.: (03 96 00) 2 00 07, Fax: (03 96 00) 2 01 21


Ansicht Apsis


Apsis


Außenansicht


Außenansicht
seitlich


Außenansicht
Eingang


Eingang


Innenansicht


Chorraum
davor Taufständer


Altar


Oberer
Chorbogen

Kanzel und
Bankreihen

Kanzel


Kreuz mit Korpus
an der Kanzel


Treppendetail Kanzel

Empore mit Orgel


Sauerorgel auf der Empore

 
Seitenaltar
mit Marienfigur

Fenster
 


Fenster
im Langhaus


Bankreihen
   

Holzdecke
   

Glockenstuhl


Glocke