Kirche  Gültz bei Altentreptow 



Außenansicht
Straßenseite

Die Kirche Gültz wurde in drei Abschnitten errichtet. Der ursprüngliche Teil  beginnend an der Apsis bis links neben der  Spitzbogentür, heute ist dieser Teil glatt verputzt, stammt aus dem Ende des 13. Jahrhundert. Die Spitzbogentür und das Rundbogenfenster sind wohl Teile der ursprünglichen Kirche.
Das gegenüberliegende Fenster auf der Rückseite stammt ebenfalls aus dem 13.Jahrhundert. Beide Fenster haben eine Buntglasgestaltung.
Die Verlängerung links neben der Spitzbogentür auf der Südseite in Richtung Turm und wohl auch die Apsis stammen aus dem 18.Jahrhundert, dieser gemauerter Teil hat auf der Vorder- und Rückseite je drei Rundbogenfenster. 
Die Apsis hat zwei Rundbogenfenster. Gut zu erkennen ist das Vierpassband unter der unteren Dachkante.
Alle 10 Rundbogenfenster von Langhaus und Apsis aus dem 13. und 18. Jahrhundert lassen sehr interessante Buntglasmotive innen vermuten. 
Als Letztes wurde der quadratische Kirchturm mit der langen Spitze 1879 errichtet. Der Fuß des Turmes steht mittig vom Langhaus im Westen und ist auf jeder Seite etwa einen Meter schmaler als das Langhaus. Der Turm beginnt rechteckig und setzt sich dann in einer Höhe von ungefähr 3m als langgezogenes Sechseck fort. Die Dachspitze trägt eine Kugel und oben einen Hahn. Der mit Ziegeln gemauerte Turm trägt zum Langhaus zwei Rundbogenluken mit Holzmarkisen. Die anderen drei Seiten haben je zwei Rundbogenfenster. Betrachten wir nun ein einzelnes der sechs Rundbogenfenster/-schallluken. Jedes Fenster besteht aus zwei kleine getrennte Rundbogenfenster die über einander liegen. Alle 12 kleinen Teilfenster/Schalluken  sind mit waagerechte Holzmarkisen gefüllt. Die paarigen Fenster sind leicht nach innen eingesenkt in einen Rechteck. Die obere Seite hat eine Rundbogenlinie, die untere Seite hat eine Vierpasslinie, die beiden senkrechten Seiten sind glatt.

Der Eingang am Turm wurde von einem hausartigen  leicht herausgezogenen Rahmen mit einem Kreuz oben umrahmt.
Das Dach dieses Rahmen ist mit Blech nach oben abgesichert, darüber dieses Kreuz. Die Pforte selbst ist rundbogenartig.
Der obere Bogenteil ist von der Doppeltür mit einer Ziegelreiche abgeschlossen. In dem Bogen sehen wir eine wunderschöne rote Tonarbeit. Mittig sehen wir einen Kreis. Darin befindet sich ein Vierpass und ein Kreuz. Die Kreuzspitzen haben je eine pfeilartiges Spitze. In der Mitte des Kreuzes sehen wir vier Spitzen, die zu den Bogenspitzen des Vierpasses weisen.
Auf dem Kreuzmittelpunkt sehen wir eine blattartige Raute, darauf eine fünfblättrige Blume.
Zwischen Kreis und Vierpass haben wir vier Fischblasen, die mit  je einer fünfblättrigen Blume gefüllt sind. 
Links und rechts neben dem Kreis sehen wir je einen Weinrebenzweig mit drei Weinblätter und vier Weinreben.
Die Weinreben liegen in verschiedenen Richtungen.
Die schwarze Doppeltür hat sehr schöne Zargen. Die linke Tür hat einen Klopfring, die rechte Tür einen Griff.

Betreten wir nun die Kirche. Als erstes fällt sofort die wunderschöne  restaurierte tnnenartige Holzdecke aus dem Jahre 1879 des Langhauses und die Decke mit den vielen Sternen des Chores in das Auge.
Das heutige Aussehen hat die Kirche aus der Zeit um 1879
als der Kirchturm gebaut wurde.
Auf dem etwa 60 cm mittleren Altarpodestfuß steht ein
etwa 80 cm großes Kreuz  dem Korpus von Jesus Christus. 
Am Fuß des Kreuzes sehen wir das Abendmahl auf schwarzen Grund.
Auf dem linken und rechten kleinen Fuß steht je ein Kerzenleuchter
mit großer weißer Kerze.  Im mittleren quadratischen Teil sehen wir das Lamm Gottes mit Standarte.
Die Standarte trägt an der Spitze ein Kreuz, die rechteckige Fahne hat drei Spitzen, die an die Dreifaltigkeit erinnern.
Links und rechts haben wir links und rechts je ein Rechteck, das feine Verzierungen trägt. in jeder Ecke sehen wir vier erhabene Punkte ,
die an die vier Evangelien erinnern. Mittig befindet sich ein eingesenkter Punkt. Dann schießen sich links und rechts je ein quadratisches Feld an.
Darüber stehen die beiden Kerzenleuchter.
In diesem Feld sehen wir eine Art von Dach mit einer hohlen senkrechten Linie. Über den Rechtecken und den Außenquadraten sehen wir eine erhabene gestrichelte Linie.
Das Quadrat mit dem Lamm Gottes begrenzt diese Linien.
Zwischen den Kerzenplätzen und dem Platz für das Kreuz sehen wir links und rechts je eine Weinrebe mit Weinblätter und Wein. Dise Flächen steigen von Außen nach innen in dem Winkel von etwa 15 Grad zum Mittelplatz, der weitere Verzierungen hat . Dieser Standfuß des Kreuzes hat einen Bogen. Dieser Ornamentbogen steht auf einer Platte, die ebenfalls Ornamente hat. Über dem Bogen sehen wir ein Kreuz mit Spitzen in einem Kleeblattartigen Spitzbogenrahmen.
Hinter diesem Spitzbogenrahmen sehen wir drei kerzenartige Gebilde.
links und rechts sehen wir anlehnend einen Blattfächer mit einer Schnecke.
Der obere Teil des Standfußes für das Kreuz hat als Abschluss eine Linie von erhabenen Zierpunkten.
Unterhalb der Fenster sehen wir Teile aus dem 18.Jahrhundert als Verblendung. Diese feinverzierte Teile stammen die Teile der Kanzel aus der Renaissancezeit vielleicht waren sie Teile einer Loge.

Drei farbige Rundbogenfenster mit wunderschönen Weinreben schmücken die Buntglasfenster, Grundton ist grün.  Es sind drei Weinreben in einem kreisähnlichen Zweig zu sehen. Die Weinrebe in blau befindet sich in der Mitte.
Die Fensterbilder werden von einer rötlichen Rundbogenlinie auf gelben 5cm breiten Grund umrahmt. Alle Fenster bestehen aus vielen kleinen rechteckigen bis quadratischen kleinen Teilscheiben, die filigran verbunden sind.
Rechts steht ein verzierter hölzerner Taufständer .
Zu Weihnachten haben wir eine feine weiße Decke auf dem Taufständer,
darauf ein farbiger Stern.
Wunderschön ist die Gewölbedecke, ein Sterngewölbe .
Im Mittelpunkt, das an ein Kreuzgratgewölbe erinnert, sehen wir auf roten Grund einen Engelskopf mit Flügel. Die Rippen sind weiß , die sieben unterschiedlich großen Flächen sind hellblau gestrichen. Auf diesen Flächen leuchten viele Reihen kleiner Sterne. Nach unten sind diese Flächen mit einen roten Rundbogen zu den Fenstern und Wandflächen begrenzt.
Die Rippen der Decke führen bis zum Boden des Chores. Sie sind unterbrochen durch ein filigranes vergoldetes Kapitel etwa in Höhe des oberen Weinrebenbildes der Fenster. Die Seitenflächen des Chores haben je eine Rundbogenblende, die zu den drei Fenster passen.  Wir haben also sieben Fläche unter der Decke , fünf Flächen , die in den drei Fenstern und 
 zwei Blenden enden sowie Zwei kleine Flächen die durch den Chorbogen begrenzt werden.
Der Chorbogen hat einen Schriftbogen in Richtung der Besucherbänke.
Der Text lautet auf goldenen Grund:
" EHRE SEI GOTT IN DER HOEHE - FRIEDEN AUF ERDEN - 
DEN MENSCHEN EIN WOHLGEFALLEN " 

Links steht die sehr interessante Renaissancekanzel ohne Schalldeckel.
Die Kanzel ist wir der Altar ebenfalls fein bearbeitet worden.
Die Treppe und der Kanzelkörper haben filigrane geschnitzte ornamentartige feine Verzierungen. Dies trifft ebenfalls für die vier Säulen ,
die den Kanzelkörper teilen zu. 
In den Flächen stehen die vier Evangelisten beginnend an der Treppe von rechts nach links : Mattheus mit dem Engel, Marcus mit dem Löwen, Lucas mit dem Stier und am Fenster Johannes mit dem Adler. Der Fuß der Kanzel ist schmucklos. Grund ist das um 1879 der Fuß der Kanzel ergänzt wurde.
Gegenüber der Kanzel sehen wir die Patronatsloge der Familie vom Malzahn mit ihren geteilten Wappen, zwei Hasenköpfe und der Weinrebe.
Dahinter stehen wohl neun Stühle teilweise mit dem Wappen der Familie von Malzahn.  
Neben der Kanzel sehen wir eine Grabplatte der Patronatsfamilie von Maltzahn aus dem Jahre 1565 der 1898 nach Gültz überführt wurde. Eine Inschrift erklärt den Grabstein der Patronatsfamilie.

Begeisterung herrscht bei der wunderschönen teilweise restaurierten Tonnendecke aus dem Jahre 1879.  Die Verbretterung erfolgt quer in acht Linien zum Kirchenschiff. Die Decke wir durch mehrere Doppelreihen von Mosaiklinien quergeteilt. Die Tonnendecke wird durch verzierte dreieckartige Halterungen links und rechts getragen. Die beiden Dreiecke werden durch Spannstangen verbunden. Die Längsmittellinie ist besonders verstärkt.
Die Tonnendecke beginnt etwa 50 cm innerhalb der restaurierten Wand.

Die Fenster des Langhauses haben Rundbögen als Begrenzung. Diese Rundbögen sind bläulich gerahmt, sie Zeigen innen Gerstenähren, die durch
 je zwei blaue Kreise und einem Andreaskreuze geteilt werden. in der Innenfläche sehen wir in Milchglas Quadrate mit je einer Lutherrose. dazwischen liegen schmale Bienenwaben mit Rauten darin. Auch darin befinden sich Blumen.
Die Mittelreihe ist vollständig, die Seitenreihen sind nur halb und werden durch den Bogen begrenzt. Wir haben vier Quadrate übereinander mit den dazugehörigen bienenwabenartigen Teilen. Leider sind einige Fenster nicht mehr vollständig, als richtig und fachgerecht ergänzt worden.

Die Kirche wurde vollständig ausgemalt.  Außen sehen wir je Fläche eine hellblaue Linie, die ein Rechteck wird. Darin läuft eine Linie  in hellbraun. 
Auf der Empore steht eine bespielbare Orgel.

Die Kirche hat heute noch eine Glocke.

Auf dem Friedhof sehen wir über 14 gusseiserne Kreuze wohl der Familie von Malzahn. Zwei Kreuze weisen wahrscheinlich auf Kindergräber hin.

Die Kirche gehört  seit 1754 zur
Evangelisch - Lutherische Kirchgemeinde Altenhagen

Pastor Christoph Tiede
Dorfstraße 39
17091 Altenhagen
Tel.: (03 96 00) 2 00 07, Fax: (03 96 00) 2 01 21


Vorderansicht


Kirchturm


Turmspitze


Apsis


Fenster 


Fenster
aus dem 18.Jahrhundert


Eingang


Halbbögen,
Über dem Eingang des Turmes
Kreuz in Vierpass


Innenansicht mit Tonnengewölbe


Chorraum mit Chorbogen

Altar mit Kreuz

Unterer Teil des Altares


Chorfenster mit Buntglas


Chordecke mit Teil des Chorbogen

Chordecke

Alte Teile einer Loge ?

Taufständer im Advent

Patronatsloge mit Stühlen

Kanzel

Detail an der Kanzel

Von Matzahn"sche Grabplatte

Holzdecke in Richtung der Orgelempore

Erneuerter Teil der Holzdecke

Teil der Holzdecke am Chorbogen

Orgel

Buntglasfenster im Langhaus
Gusseiserne Kreuze auf dem Friedhof