Stadtkirche (Marienkirche) Güstrow (Lkr. Rostock)

 


Außenansicht Südseite

Von 1503 bis 1695 war Güstrow Sitz der Linie des Herzoges von Mecklenburg-Güstrow . Erster Herzog war Albrecht VII von 1503 bis 1547.

Die evangelisch-lutherische Stadt- und Pfarrkirche gehört zur neu organisierten Propstei Rostock.

Vor der Kirche steht der Kirchturm . Die Treppe dazu hat fast 200 Stufen.
Auf dem Turm sehen wir eine langgezogene mit Metall gedeckte kegelartige Turmspitze.  Die Turmspitze ist in allen Richtungen offen.  Die Kupferplatten wurden 1942 für Kriegszwecke entnommen. Im Jahre 1980 wurde der Turm erneuert und erhielt neue Kupferplatten.

Im Jahre 1128 sandte der Bischof Otto von Bamberg zwei Priester nach Güstrow.
Die Gründung des Ortes wird um 1100 vermutet. In den Jahren 1219-1226 erhielt Güstrow das Schweriner Stadtrecht unter Herzog Borwin II. Seine Söhne bestätigten 1228 das Schweriner Stadtrecht.  Borwin der II sorgte vor seinem Tod 1226 für die Gründung des Güstrower Domes und den Beginn des Baues des Domes. Die Stadtkirche war damals der Dom-Pfarre unterstellt.  
Die erste Kirche stammt aus dem Jahre  1308 .  Die Stadtkirche brannte infolge eines Blitzschlages im Jhre 1503 ab.  Bis 1508 wurde die Stadtkirche aus Backsteinen (Ziegel) wieder errichtet. Güstrow war zu dieser Zeit eine reiche Stadt. Die Stadt und die Bürger sorgten für den schnellen  Wiederaufbau.

Am bekanntesten ist der  Altar der Brüsseler Schnitzers Jan Borman, der in die Kirche 1522 kam.  
Die Entwürfe zu den Szenen  schuf  Bernaert van Orley aus Brüssel. Der  Altar wurde von der Güstrower Katharienbruderschaft gestiftet.
Der Altar hat als  Mittelteil die Kreuzigungsszene.  Der Altar hat über 180 Figuren (Personen) und viele weitere Teile.. Der Altar wurde in den letzten Jahren restauriert.  Der Altar kann  zu besonderen Anlässen wie Ostern geschlossen werden. Bei Führungen  besteht die Möglichkeit an einem Modell  das Schließen und Öffnen des Altares vorzuführen. Eine wirklich gute Idee.
Links und rechts haben wir auf den Flügel je vier Felder. Dann gibt es zwei Felder
links und rechts neben dem Hauptbild der Kreuzigung, die übereinander liegen.
Das Hauptbild  zeigt die Kreuzigung. Neben dem großen Kreuz mit Jesus sehen wir links und rechts zwei weitere Hinzurichtende. Untern stehen eine Gruppe von Menschen, teilweise in Rüstung.  Auf einem Schwert steht der Name Jan Bormann, dem Schnitzer. Über dem Hauptbild haben wir eine Reihe
von 13 Figuren (Heilige).
Unten sehen wir Im linken und rechten Bereich stehen vier Figuren  und in der Mitte stehen fünf Figuren. Hierbei handelt es sich wohl um die Apolstel mit Jesus Christus.  

Hoch über dem früheren Platz des Ratsherrenstuhles sehen wir auf einem Balken ein großes Kreuz mit dem Korpus von Jesus Christus. LInks davon steht Eva , und Mutter Maria, rechts steht Johannes und Adam.  Adam und Eva wurden um 1900 nach Schwerin verkauft. Barlach sorgte dafür das die Figuren um das Kreuz wieder ihren Platz fanden. Die Gruppe stammt von einem unbekannten mecklenburgischen Künstler.  An den Kreuzenden finden wir in einem Kreis die Figuren der vier Evangelisten Engel, Löwe, Stier und Adler. Die Gruppe kam 1516 in die Kirche.

Links steht an der Säule  die Pieta. Mutter Maria hat ihren toten Sohn Jesus im Arm. Diese Figur stammt aus dem 15.Jh. .  Sie ist die einzige Figur, die beim Brand 1503 gerettet werden konnte.
Darüber hängt ein kleiner Engel. Sie befindet sich vor einer fünfeckigen Terakottaplatte.  Die Figur stammt vom Güstrower Künstler Ernst Barlach.
Sie kam um 1980 in die Kirche.

Ein wohl neugotscher Taufständer aus der Zeit des Umbaus der Kirche im 19.Jh. ist vorhanden.. Der Umbau der Kirche erfolgte von 1880 bis 1883.
Beim Umbau wurde die Kirche erhöht, die sehr interesante und jetzt gleichhohe Decke in den drei Schiffen wurde eingefügt. 

Vor der zweiten Säule steht die  Kanzel mit dem Schalldeckel . Die Kanzel hat auf der Rückseite eine Pforte.  Die Kanzel wurde aus  Sandstein gearbeitet und wurde im Jahr 1583 anläßlichdes 50 Jahrestag geweiht. Schöpfer ist der Bildhauer Rudolf Stockmann. Sie zeigt am Aufgang  Moses , David , Jeremias und Petrus. Daunter stehen Sprüche, die ihnen zugeschrieben werden.
Der Kanzelkorb trägt die  vier Evangelisten mit ihren 4 Merkmalen  sowie Salvador Mundi. Der Name der sechsten Figur ist nicht bekannt. Die Kanzel wird durch weitere Szenen wie die Taufe von Jesus im Jordan, das Abendmahl, die Kreuzigung und ...  ergänzt.
Der Schalldeckel besteht aus Holz. Er trägt die Inschrift:" Des Priesters Lippen / . sollen die Lehre wahren ...  er ist ein Engel des Herrn Zeboath (Malach 2 Capit. ) "
Teile der Umschrift sind nicht lesbar. Zwei Wappen ergänzenn den Schalldeckel.

Die erste Orgel kam 1608 in die Kirche. Der heutige barocke Orgelprospekt stammt von Paul Schmidt aus Rostock. Orgelbaumeister Schmidt erneuerte im Jahre 1764 die Orgel aus dem Jahre 1608. Im Jahr  1931 wurde die alte Orgel entfernt.
Die Firma  Wilhelm Sauer aus Frankfurt/Oder , sein Vater baute die erste Orgel der Firma Sauer im Jahre 1853 in Boek ein,  baute in den Prospekt aus dem Jahre 1764  eine neue Orgel ein.   im Jahre 1975 erfolgte eine Überarbeitung der Orgel durch die Firma Nussbücker aus Plau. Ein Mitarbeiter der Firma Sauer aus Frankfurt/Oder stimmte die Orgel erneut und war begeistert von ihrem Klang.
Die Zinn-Pfeifen wurden im I. Weltkrieg für Kriegzwecke entnommen und im Jahre 1926 ersetzt.

Am Eingang sehen wir Listen  an den Pfeilern. Hierbei könnte es sich um Pastorenlisten handeln.  Links neben den Eingang haben wir eine Niesche .
In der stehen drei Särge u.a. ein Kindersarg.

Im rechten Seitenschiff finden wir in einer Nische die Figur Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm.  Maria und Jesus werden von einem goldenen Strahlenkranz umrahmt (Strahlenkranzmadonna 1520).

Rechts im Seitenschiff unweit des Altares  befindet sich die Tür zu einem Nebenraum. Die Tür mit dem kleinen Bild  ist ein Teil einer Sitzreihe.

Unweit des Altares im linken Seitenschiff befindet sich der
Ratsherenstuhl. Der Ratsherrenstuhl stand früher  vorne im mittleren Kirchenschiff. Der Ratsherrenstuhl stammt aus dem Jahr 1599 und wurde vom Kunsttischler Michael Meyer geschaffen. Der Ratsherrenstuhl kam nach dem Wiederaufbau in die neue Kirche. Stadtrat und Bürgermeister hatten das Patronat über die Stadtkirche und nicht der Güstrower Herzog.

Links neben dem Ratsherrenstuhl finden wir das Modell der zerstörten Synagoge von Güstrow.

In der Kirche finden wir 4 Grabplatten und mehrere Erinnerungsepithaphe.
Im linken Seitenschiff  unweit des Einganges finden wir die Taufkapelle mit ihrem interessanten  Gestühl.

Die Kirche hatte aus dem Mittelalter 5 Glocken.  Nur die älteste  Glocke aus dem Jahe 1425  von  
Rinkert de Monkehagen blieb erhalten .   Hier gibt es einen großen Widerspruch, denn im Jahre 1503 brannte die Stadtkirche ab. Schlie vermutet das diese Glocke aus dem Jahre 1425 aus der 1550 abgerissenen katholischen Stadtkirche stammt.  Glocke II und IIIi stammen von  der Firma Ernst und Johann Siebenbaum 1701 und von der Firma Illis Waren  1854. Illis goss zwei Glocke aus dem Jahre  1600 von dem Wismarer
Glockengießern Klaus und Gerd Bincke um.

Drei Glocken einschließlich und eine  Anschlagglocke wurden  im II.Weltkrieg für  Rüstungsmaterial eingeschmolzen. Im Jahre 1951 lieferte die Firma Schillig aus Apolda  drei Stahlgussglocken (Eisenhartguss).
Die Kirche hat noch so viele zu erforschen wie die Taufsakristei, die Bilder eines Pastor und von Luther.


Die Kirche hat eine Hörschleife für Hörgeräteträger.


Aber besonders soll auf die Zerstörte Güstrower Synagoge aufmerksam gemacht werden. Ein Modell weist darauf hin. Wir finden Erinnerungssteine am Platz der Synagoge, die am 09.11.1938 zerstört wurde.

Kirchgemeinde  Sankt Marien Güstrow
Pfarrer Mathias Ortmann
Am Markt 31

18273 Güstrow

Die Öffnungszeiten , Gottesdienste und Interssantes zur Kirche erfahren sie auf der Homepage:  www. pfarrgemeinde-guestrow.de


Kirchturm


Langhaus


Apsis


Platte in der Apsis

 
Gedenkplatte Familie von Osten

 
Neugotisches Genster


Innenansicht


Bormann-Altar

Bormann-Altar

Bormann-Altar


Bormann-Altar


Bormann-Altar


Erklären des Bormann - Altares


Mittlere Chorfenster
mit Bildern aus dem Leben
von Jesus Christus

Rechte oder Linke Chorfenster


Seitenbemalung im Chor


Taufständer 19.Jh.



Pieta und Engel der Hoffnung
 


Kanzel mit Schalldeckel


Kanzel mit Schalldeckel


Rückseite kanzeleingang


Seitengruppe mit Tür


Seitenschiff


Epitaph


Maria  mit Strahlenkranz

Nieschen links

Jesusfigur mit Brot und Wein
Abendmal

Grabplatten rechts

Epitaph

Liste

Grabkammer neben  Taufsakristei

Grabplatten links

Pastorenbild

Innenansicht von links

Ratsherrenstuhl

Treppe zur Orgel und auf den Turm

Orgelprospekt

Bemalung unter der Orgelempore

Innenansicht

Decke des Mittelschiffes

Decke des Mittelschiffes


Erinnerungssteine an die Synagoge

Erinnerungssteine an die Synagoge