Kirche Karbow Landkreis Parchim-Ludwigslust

 


Außenansicht 

Der Unterteil des Langhauses ein Feldsteinbau mit rundem Chor stammt aus dem 13. Jahrhundert. Im 16. Jh. wurde etwas wirklich seltenes getan, vielleicht ist es einmalig, es wurde ein Dach mit Fachwerkgiebel aufgesetzt. Da der Chorbereich rund ist wird der Giebel zusätzlich von außen durch Balken abgestützt. Der Giebel über dem Chor ist ein interessanter Fachwerkgiebel dessen Gefache mit roten Ziegel gefüllt sind. Der Fachwerkkirchturm wurde ab einer Höhe von vier Meter vollständig verbrettert. Dieser Kirchturm wurde 2009 vollständig erneuert. Die Turmweihe fand am 19.04.2009 statt. Früher waren Jahrhunderte lang die Schallluken offen, heute sind diese durch eine Art schräge Holzleisten geschützt. Der Kirchturm hat eine Tür und drei Fenster. Die Spitze des Kirchturmes ist abgesetzt auf einem Quader aus Holz ruhend. Die Spitze besteht aus einer Kugel, die am 19.04.2009 gefüllt wurde und einer Wetterfahne mit dem Jahr 2009 und ein Kreuz.
Die Fenster des Langhauses sind spitzbogenartig in die Feldsteinmauerung eingefügt.

Durch einen kleinen Fachwerkanbau betreten wir die Kirche. Die Kirche besitzt zwei Altare und beide stammen aus dem Mittelalter. Schauen wir uns zuerst den Hauptaltar an. So sehen wir drei Figuren aus dem Mittelalter hinter dem Altar. Mittig befindet sich Jesus am Kreuz, links Maria und rechts Johannes. Die Figuren sind farbig bemalt, auf Grund ihres Alters (Mittelalter) ist die Bemalung nicht mehr vollständig. Auf dem Tisch steht ein kleines Holzkreuz. Eine rötliche Altarschranke passend zur Priesterbank und zur Vorderfront der Bankreihen ist vorhanden.

Links sehen wir einen alten mittelalterlichen Altar mit den Figuren v.l.n.r.
Heilige Nicolaus mit Stock, Maria mit Jesuskind auf dem Arm und die Heilige Katharina mit Schwert, wobei die Klinge fehlt.

Links daneben hängt ein Lutherbild. Rechts daneben haben wir eine verschließbare Nische aus katholischer Zeit.
Eine zweite verschließbare Nische haben wir auf der rechten Seite am Treppenaufgang zur Kanzel. Diese Nische ist ebenfalls verschließbar und stammt aus katholischer Zeit. In diesen Nischen wurden wichtige Dinge wie Hostien  aufbewahrt.

Über der kleinen Nische haben wir einen Epitaph. Das Bild zeigt die Kreuzigung
von Jesus Christus. Unterhalb des Kreuzes sehen wir etwas Besonderes.
Rechts stehen zwei Nonnen im dunklen Gewand. Wahrscheinlich sind es die Oberinnen eines Klosters. Sie sind gegenüber den Nonnen der linken Seite
größer gezeichnet. Die linke Frau unter der schwarzen Haube eine weiße Haube. Die Nonne daneben trägt eine weiße Haube. Daneben steht eine Nonne, die
eine gebundene Kleidung statt des Gewandes mit Schütze trägt, vielleicht eine Nowitzin. Links sehen wir in einer Reihe weitere acht Nonnen der Größe nach von groß nach klein aufgereiht.
Unter dem Bild das von zwei Säulen umrahmt wird steht  Text"
CHRISTIANUS FANTERUS, STERNBERGENSIS, PASTOR 
ECCLESIAE HUIUS CARBOVIENSIS ET DARSSENSIS,
ATAT XLIX . MINIST: XXIV ANNO MDCLXXXV"
Dieser Epitaph stammt aus dem Jahre 1685 und wurde von Christian Fanter aus Sternberg in Darß bei Plau gespendet. Fanter war Pastor in Darß.
  
Die wunderschöne Kanzel aus dem Jahre 1598 zeigt die vier Evangelisten Mattheus, Marcus, Lucas und Johannes mit ihren Merkmalen. 
Interessant ist eine kleine Inschrift die auf das Jahr 1685 verweist. Dort steht:
" AO 1685 bey Zeiten HANNS OLOFF HOFMESTER TOS WEMMIN"
Eine andere Inschrift im gegenüberliegenden Feld lautet:
"NEU BEMAHLET INEN. NVT 3. VNT . GVT . ISAN. LEIB.VNT. SELANO. 1598"
Diese Jahreszahl gilt als Jahr des Baues der Kanzel.
An der Seite des Schalldeckels finden wir folgenden Text:" ... GEGEBEN ANNO M.D.C.L.XXXIIX" Die römische Zahl verweist wohl auf das Jahr 1688,
wobei die Schreibweise "LXXXIIX" für 88 etwas irritiert. Wahrscheinlich kam es in den Jahren 1685 und 1688 zu Veränderungen in der Kanzelfassung.
Im Schalldeckel sehen wir eine Windrose.

Neben der Kanzel steht der Priesterstuhl eine farbige rötliche Bank mit Blumenmuster. An der Bank steht" DER PASTORENSTVL".

An der Säule, die im Raum etwa mittig die Holzdecke trägt befindet sich ein Opferstock und eine aufklappbare Bank aus dem Jahre 1768. So etwas habe ich noch nie in einer Kirche gesehen. Auf der Unterseite, die beim hochklappen sichtbar ist, steht:
"HART WIJ CHRISTIAN MARTZAHN 1768".

Die Holztaufe mit Deckel steht neben dem alten Altar auf der Nordseite. Der Deckel trägt einen Singvogel. Die Taufe hat farbige felder, sie stammt aus dem 
17.Jh. Auf der Taufschale steht:"JOSUA SEEHUSEN, BBÜRGER IN LÜBECK, VEREHRET DIESES TAUFBECKEN ZU GOTTES EHREN IN DER KIRCHE ZU KARBOW, ANNO 1689"

Der Wandleuchter aus Messing stammt aus dem 17.Jh.  

Schauen wir nun zur Empore mit der bespielbaren Orgel. Die Orgel wurde 1908 von Marcus Runge gebaut. Runge übernahm die Orgelbaufirma von Friedrich Friese III. Die Orgel wurde im Jahre 2000 restauriert, Orgelweihe war am 08. Oktober 2000.
Das Zeichen "FF" an der Empore kommt bekannt vor . Wir finden dieses Zeichen auch in der Kirche Wredenhagen im Müritzkreis. Das "FF" weist auf Herzog Friedrich Franz hin.

Ein Stein über der Kirchentür verhindert das Anheben der Tür.

Die Kirche hat eine Glocke aus dem Jahre 1741 von Laurentius Strahlborn aus Lübeck. 
Auf der etwa 1 m großen Glocke steht folgender Glockentext: 
"UNTER DER REGIERUNG DES H.F.V.H.H: CAROLI LEOPOLDI H.Z.M.HAT MIT VORWISSEN DER H.H. BARNEVITZISCHEN ERBEN ALS PFANDEINH. DES A.L. DIESE GLOCKE VON DENEN KIRCHEN MITTELN ZU CARBOW ANGESCHAFFT:"
Oben auf der Glocke steht weiter:
"LAURENTIUS STRAHLBORN ME FUDIT LUBECAE ANNO 1741"


Die Kirche wurde in den Jahren 1985 bis 1989 im Bereich Dach , teilweise Turm, 2009 dann große Turmrestaurierung, Mauerwerk Fenster, Bänke, Kanzel und Altar erneuert bzw. restauriert.







Die Kirche Karbow gehört zur 
Kirchgemeinde Gnevsdorf-Karbow
Pastorin Verena Häggberg

Steinstraße 18

19395 Gnevsdorf

038737/20263

 

Homepage: www:kirche-gnevsdorf.de

 


Seitenansicht - Kirchturm


Seitenansicht - Chorseite



Detail am Chor




Seitenaltar


Maria mit Jesuskind


Heilige Nicolaus


Heilige Katharina


Lutherbild

Epitaph


Tabernakelnische 


Tabernakelnische an der Kanzel

Kanzel


Kanzel
Evangelist Mattheus


Kanzel
Evangelist Marcus

Kanzel
Evangelist Lucas


Kanzel
Evangelist Johannes


Detail Kanzel


Detail Kanzel


Detail Schaldeckel der Kanzel


Schalldeckel von unten


Taufe


Pastorenbank


Blick von der Empore


Notbank


Opferstock


Empore mit Orgel


Wappen von Herzog Friedrich Franz


Bemalung Vorderseite Bankreihen


Decke mit Kerzenleuchter


Alte Karten der Kirche


Schlussstein über der Kirchentür