Kirche Ganzlin Landkreis Parchim-Ludwigslust

 


Außenansicht Apisseite

Am 17. August 2003 feierten die Ganzliner den 100 Geburtstag ihrer neuromanischen aus roten Ziegel erbaute Kirche. Aus diesem Anlass wurde die Kirche und insbesondere die Holzdecke renoviert.
Die Kirche hat einen Kirchturm mit einer Bischofsmütze.
Der Turm ist schiefergedeckt und trägt ein Kreuz mit einem Wetterhahn.
Markant sind die Rundbogenelemente in den weißen Blenden in den Rundbogenfenstern. Die vier Winkel am Turm haben fünf weiße unterschiedlich hohe weiße Rundbogenblenden. Jede dieser Spitzen trägt eine Kugel. Etwa ein Meter große metallene Wasserspeier leiten das Regenwasser vom Turm weg.
Die dreieckigen Spitzen bestehen aus Metall und sind erhöht. Damit leiten sie das Regenwasser in die vier Wasserspeier ein. Unter der Turmspitze läuft ein zweiteiliges Band aus rechteckigen vorgezogenen kleinen Ziegel.
Auf jede Seite finden wir in einer Reihe
sieben kleine weiße Blenden.
Darunter befinden sich auf jeder Seiten zwei langgestreckte schmale Rundbogenfenster, die durch Holzschalosien verschlossen sind.
Unter dieser Reihe befinden sich auf drei Seiten nun wieder  eine Reihe von sieben weiße Blenden.
Das anschließende Langhaus ist ziegelgedeckt und trägt zum Chor hin ein Kreuz
Das Langhaus hat auf jeder Seite drei Gruppen von je drei Rundbogenfenster. Das mittlere Fenster ist etwas höher.
Im Chorbereich ist auf der linken Seite eine kleine Sakristei angefügt.
Das Chor trägt ein Kreuz. Wir haben oben fünf weiße Blenden,. die beiden linken und rechten Blenden sind etwa 50 cm hoch. Die mittlere Blende reicht fast an das Dach und hat eine Höhe von fast zwei Meter.
Wunderschön ist das etwa 1,30 m große runde Buntglasbild. Das innere kleine Quadrat zeigt das Lamm mit einer Standarte. Von außen ist es von einem Vierpass umrahmt Das Quadrat ist weiß gestrichen und hat eine Große von etwa 1,50 m. Das Lamm Gottes umrahmt ein Vierpass aus Glas und kreisförmig viele Reihen von blumenartigen Ornamenten.
Auf der Dorfseite lädt eine Pforte mit vier gemauerte Rundbögen in die Kirche ein. Dieser Vorbau vor dem Turm hat über dem Eingang eine 5-er Gruppe von weißen Blenden. Darin ist ein Rundbogenfenster eingefügt.
Betreten wir die Kirche, so kommen wir in den Turmraum. Das Rundfenster verfügt über eine blaue Windrose mit roten Spitzen. Es liegt sehr tief, die bedeutet die Turmwand ist über 70 cm breit. Es schließt sich unter der Empore ein kleiner Raum, der als Winterkirche genutzt wird, an.
 
Markant wirkt das abgesetzte Chor mit dem Altar. Der  Altar wirkt wie ein dreiteiliger Hausschrein. Die Mittelfläche trägt ein Kreuz mit dem gekreuzigten  Jesus. Dieses Holzkreuz ist etwa 60 cm groß und fügt sich in die helle  rundbogenartige Fläche ein. Die beiden umrahmenden kleineren Rundbogenflächen sind schmucklos und wesentlich kleiner. Es ist nur die vordere Altarschranke vorhanden. Auf seitliche Teile wurde absichtlich verzichtet.
Links und rechts steht je ein Brett oder Fläche von einer sehr alten Kanzel.
Diese Flächen zeigen die vier Evangelisten Mattheus, Markus und Lukas, Johannes. Die Evangelisten tragen ihre Symbole.
Links befindet sich der Eingang zur Sakristei.

Links vor dem Altar steht der weiße Taufständer aus dem 19.Jh.
 
Auf einem Tisch steht der Vorgängeraltar aus dem Mittelalter. Die Flügel sind grau und ohne Zierde.
Sehr interessant die die drei Figuren.
Links ein Mann mit dunklen Haaren und offenen orange Gewand. Die schwarzen Hosen sind zu erkennen. Um seine Füße befindet sich ein kleiner grünlicher Drache.  Der rechte Arm fehlt vollständig, die linke Hand schien etwas Rundes zu fassen. Könnte es ein Speer sein,  womit der Heilige Georg auf den Drache zielt. 
Rechts eine  wohlgekleidete Frau mit einer Königskrone, Maria wird gerade bei den Katholiken häufig mit Königskrone dargestellt, die orange Stola hält sie in der linken Hand. Weiterhin trägt sie ein rotes Unterkleid mit weißen und blauen Teilen. Der Küster Herr Dencker erklärte zu dieser Figur , das es eine unbekannte Heilige ist. Mehr ist nicht bekannt. 
Mittig
befindet sich eine Frau mit weißen Tuch, das den Kopf ähnlich einer Haube, die vollständig den Kopf umschließt. Laut Auskunft vom Küster ist es die Anna-Selb- Gruppe. Die Mutter von Maria Anna trägt Maria im blauen Kleid und Jesus. Dann wäre es eine Generationendarstellung der Familie.

Da die Figuren nicht vollständig sind, gibt es für diese Figur natürlich mehrere Möglichkeiten und es gibt damit die Möglichkeit der Deutung dass es Katharina mit Johannes und Jesus sein könnte. Auch wenn diese Meinung  durch den Küster Herr Dencker abgelehnt, ist wohl die Anna-Selb-Dritt-Gruppe richtig, doch sollte doch auf eine andere Möglichkeit der Erklärung der Figuren aufmerksam gemacht werden : Diese Haube finden wir auch bei mittelalterlichen Darstellungen von Elisabeth, der Mutter von Johannes dem Täufer. Sie trägt auf den rechten Arm einen Säugling, auf den linken Arm ein etwas Kleinkind. Das rechte kleine Kind scheint nackt zu sein, das linke, etwas größere Kind trägt ein blaues Gewand und hat lange Haare. 
Der rechte Oberarm des größeren Kindes weist  in Richtung des kleinen Kindes, könnte der fehlende Unterarm auch in Richtung des Kindes weisen. Wir ahnen es vielleicht, es fehlen die Unterarme am Kind mit dem blauen Gewand. Johannes der Täufer als kleines Kind weist auf Jesus als Säugling hin. Die Arme der Kinder sind wohl unvollkommen, was die Deutung der Figuren wesentlich erschwert.
Sie selbst trägt wie die linke Figur eine orange Stola und ein grünliches Kleid. Alles drei Figuren stehen auf schwarze Podeste in einem Schrein.
Die linke männliche Figur könnte auch der Heilige Michael mit Schwert sein, aber auch hier fehlt das entscheidende Merkmal die Lanze für den Heiligen Georg. Unter den Füße sehen wir einen Drachen.  Und der heilige Georg reitet auf einem Pferd wie in Ankershagen oder Jabel.
Und die rechte weibliche Figur ist ja nach dem Küster Herr Dencker eine Heilige, für Katholiken ist es Maria , sie trägt eine Krone. So ist es möglich bei fehlenden markanten Teilen zwei Meinungen zu haben. Und schauen wir uns die Altare in Rosenow oder Klein Helle an, die Maria mit Krone zeigen.

Das Gestühl ist nummeriert und schicht mit romanischen Rundbogen verziert. Jede Bank trägt außerdem einen Vierpass der wiederum an die auslaufende neugotische Zeit erinnert.
Wir haben eine farbenfrohe grünliche Holzdecke aus vielen kleinen Segmenten.
Die bespielbare Nussbücker-Orgel aus Plau steht auf der mit Rundbögen verzierte Empore. Die Orgel wurde 1992 in das alte Orgelgestell harmonisch von Nussbücker eingefügt. Der Nachfolger ist der mecklenburgische Orgelbau in Plau unter Leitung von Arnold (Schwiegersohn von Nussbücker).

Die Kirche hat zwei Glocken, die etwa 100 Jahre alt sind. 
Eine Glocke musste geschweißt werden und wurde Weihnachten 2006 wieder eingehängt. Das Läuten erfolgt auf moderne Art.



Alter Altar links:
Rechts: Georg der Drachentöter,
Mitte: Mittig Anna-Selb-Dritt-Gruppe,
Links: Heilige Elisabeth von Thüringen (Krone und Brot in der Hand)




Die Kirche Ganzlin gehört zur 
Kirchgemeinde Gnevsdorf-Karbow
Pastorin Verena Häggberg
Steinstraße 18

19395 Gnevsdorf

038737/20263

 

Homepage: www:kirche-gnevsdorf.de



Der Kirchturm


Langhaus und Sakristei


Ansicht der Apsis  außen


Das runde Buntglasfenster


Innenansicht des Buntglasfenster im Chor


Dreiteilige Rundbogenfenstergruppe im Langhaus außen


Dreiteilige Rundbogenfenstergruppe im Langhaus innen


Detail an den Fenstern

 


Der Chorraum


Der Altar


Teile von einer alten Kanzel
Johannes und Lukas


Teile von einer alten Kanzel
Mattheus und Markus


Eingang zur Sakristei


Alter Altar und Taufständer


Alter Altar - drei Figuren


Deckenansicht


Orgelempore mit Nußbücker-Orgel


Bankreihen


Decke des Turmes


Rundfenster im Turm